….heute schon Kunst. Die hyper-zeitgenössische Kunst ist auf Mallorca angekommen. Das Foto zeigt das gewachsene Verständnis für Skulpturen, die nicht den klassischen Entwürfen folgen. Auch hier zeigt sich wieder die subtile Vorreiterrolle von uns, horten wir doch schon seit Jahren Meisterwerke der zeitgenössischen Kunst in unseren Finca-Hintergärten.
Doch um die Inselmetropole weiter fit zu machen für moderne Reflektionen der Realität(-en), wurde vor einiger Zeit eine konzertierte Aktion gestartet. In Zusammenarbeit mit der Art Cologne, die sich von der „Lifestyle-City“ Palma frisches Blut in ihren traditionellen Adern wünscht, wurde eine Kunstmesse in Palma veranstaltet, die nach einem nächtlichen Brainstorming den fantastisch-kreativen Namen „Art Cologne Palma de Mallorca“ bekam. Branding kann schon sehr langweilig sein ab und an.
Und weil es nachts so schön ist, gabs dann auch die Nacht der Kunst, die „Nit del Art“. Wie jedes Jahr stand das Volk sich gegenseitig in den Museen auf den Füssen und in den Galerien wurde noch länger getrunken als sonst. Ein richtiges Juwel war aber die parallel stattfindende JAM ART, die sich dem Thema zeitgenössische Kunst weniger mainstreamig anäherte.
Die Art Cologne fand dann passenderweise in der alten Abfertigungshalle des Flughafens statt, wohl um die Anreise möglicher potenter Tagesgäste so effizient wie möglich zu gestalten. Bzgl. repräsentativer Präsentationsorte müssen wir uns ja leider noch gedulden – aber zum Thema Palacio de Congresos schreibe ich demnächst getrennt.
Am Ende gab jede Menge zufriedene Galeristen und faire Presse. Und einige Käufer gab’s es auch, insbesondere und ein wenig unerwartet auch viele Inselansässige. Merke, auch auf Mallorca fühlen man sich ein bisschen Bobo.
Bezogen auf oben abgebildetes Kunstwerk kann es natürlich auch sein, dass der sturmgeschädigte Hausbesitzer einfach ahnte, dass der Orkan der letzten Woche nur ein fulminater Auftakt eine Veranstaltungsreihe der Wettergötter war. Die Hinwendung zur modernen Kunst empfehlen wir auch an dieser Stelle dem Blitz, der ja in den letzten Epochen doch einen argen Imageverlust erlitten hat. Sein englischer Bruder Flash hat diesen Schritt ja schon Ende der Sechziger getan
Wie auch immer – Mit dererlei Vorahnung sagte der Sturmgeschädige sich wohl in praktischer ortsüblicher Manier: „tranquilo, lass mal liegen“.
Dennoch – temporäre Kunst zählt auch.
nachgereicht: Dass das mit moderner Kunst und Kirche auch anders geht als bei Schrulli-Kardinal Meisner, zeigt die Kathedrale von Palma, in der Miquel Barceló seine 15 Tonnen Terracotta zur „Speisung der Fünftausend“ aufgebaut hat. Ich habe vor einem Jahr oder so eine echt spannende Doku über die Erschaffung dieses Mega…Dings gesehen. Der Mann hat die Figuren von hinten aus den riesigen Terracotta-Platten herausgeboxt. Um nicht nur dieses moderne Meisterwerk zu besichtigen, sondern auch die größte Rosette der Welt (Durchmesser 12,55m) in ihrer ganzen Farbenpracht zu bestaunen, empfiehlt Karin Schweighofer in ihrem PalmaBlog eine Besichtigung direkt nach der Öffnung morgens um 10 Uhr, weil dann das Sonnenlicht die Rosette an der Ostfront der Apsis bestens beleuchtet.
